
Als studierte Literaturwissenschaftlerin und langjährige Verlagsmitarbeiterin weiss ich um die besondere Beziehung zwischen Mensch und Buch und bin sowohl mit den Konsequenzen des Sich-Nicht-Trennen-Könnens (eine Freundin frage mich seinerzeit, ob ich in meiner Ein-Zimmer-Wohnung die Berliner Mauer mit Büchern nachbauen will…) als auch mit der Erleichterung vertraut, wenn es dann doch geglückt ist.
Der Blick auf dein Bücherregal löst Druck und Unruhe in dir aus anstelle von Inspiration und Vorfreude? Bücher stapeln sich quer, Doppelreihen drängen sich nach vorne, und irgendwo dazwischen stecken auch noch Flyer und alte Notizhefte. Kommt dir bekannt vor?
Bücher haben für viele von uns eine besondere Bedeutung. Sie stehen nicht nur für Geschichten und Wissen, sondern auch für Erinnerungen und Lebensphasen. Typische Gründe, warum wir sie behalten:
Diese Gründe zu erkennen, ist der erste Schritt, leichter loslassen zu können.
Wenn du ein Buch in die Hand nimmst, frage dich ehrlich:
Tipp: Stell dir vor, du würdest neu in deine Wohnung und du hättest nur ein oder zwei Drittel der momentanen Regalfläche zur Verfügung. Welche Bücher dürften mit?
Lege dir am besten drei Stapel oder Kisten an: Behalten – Weitergeben – Unsicher. Den „Unsicher“-Stapel kannst du nach ein paar Wochen nochmal durchsehen und hinterfragen, ob du diesen oder jenen Titel in den vergangenen Monaten vermisst oder komplett vergessen hast.
Viele Bücher sind zu schade für den Müll. Es gibt viele schöne Möglichkeiten, sie weiterzugeben:
Damit du nach dem Ausmisten ein funktionierendes System hast, mit dem du entweder den Überblick behältst und schnell finden kannst, was du suchst oder das dir optisch ein Lächeln aufs Gesicht zaubert. Folgende Möglichkeiten gibt es:
Bücher auszusortieren ist kein Verlust, sondern eine bewusste Entscheidung für mehr Klarheit und Leichtigkeit. Mit den richtigen Fragen, klaren Sortierkriterien und einer guten Weitergabe gelingt es dir, dein Bücherregal so zu gestalten, dass es dich inspiriert – und nicht erdrückt.