
Die Küche ist oft das Herzstück eines Zuhauses. Hier wird gekocht, gegessen, gelacht – und dadurch eben auch Chaos verbreitet. Doch mit ein paar Tricks und Kniffen kannst du dieses immer wieder schnell in den Griff bekommen.
Ein erster Schritt zu mehr Ordnung in der Küche ist das regelmäßige Ausmisten und Aufbrauchen von Lebensmitteln. Gerade wenn man viel Platz, zum Beispiel eine angrenzende Vorratskammer oder viele Schränke hat, verführt das zur Ansammlung von Lebensmitteln. Es ist Geschmackssache, wie groß der Vorrat sein soll, aber egal ob klein oder groß: Wichtig ist, dass du den Überblick behältst und keine Lebensmittel unbemerkt derart ablaufen, dass sie wirklich nicht mehr essbar sind oder bis zur Unappetitlichkeit angebrochen in der Gegend herumstehen.
Darum verschaffe dir vor dem Erstellen deiner Einkaufsliste einen Überblick über jene Lebensmittel, die gehen dürfen und binde sie in die Rezeptplanung ein. Wenn ich noch 4 Paprikas im Kühlschrank herumliegen habe, die bisher keine Verwendung gefunden haben, dann google ich einfach nach Rezepten mit Paprika. Zum Glück passiert mir das allerdings eher selten, weil ich sehr gezielt einkaufe und dadurch wenig ungenutzt herumliegen habe. Man kann eine lustige Challenge daraus basteln, in einer Woche diese eine Dose schwarzer Bohnen, die schon lange angebrochene Tube Paprika-Tomatenmark und die Sesampaste aufzubrauchen😆
Ein schöner Nebeneffekt von mehr Platz sind Geldersparnis und kein schlechtes Gewissen, weil du andauernd Lebensmittel wegwerfen musst.
Der Kühlschrank ist oft ein Sammelbecken für vergessene Reste und angebrochene Becher, Gläser und Dosen mit dem Inhalt: „Esse ich später noch.“
Eine regelmäßige Kühlschrankdurchsicht hilft dir, den Überblick zu behalten und unangenehme Gerüche zu vermeiden. Am besten einmal pro Woche: Alles herausnehmen, reinigen und abgelaufene oder verdorbene Produkte entsorgen. Sortiere Lebensmittel nach Haltbarkeit und stelle ältere Produkte nach vorne.
Ich habe früher gedacht, eingefrorene Lebensmittel sind unendlich haltbar. Mittlerweile weiss ich, dass das nicht so wirklich der Wahrheit entspricht🙈 Daher gilt für die Tiefkühltruhe, die noch viel mehr als der Kühlschrank ein Sammelort für vergessene Lebensmittel ist: Geordnetes Aufbrauchen ist King!
Beschrifte eingefrorene Lebensmittel mit Datum und Inhalt. Solltest du eine wirklich große Tiefkühltruhe haben: Erstelle eine Liste, damit du weißt, was sich in dieser so alles tummelt. Und halte dich selber dazu an, einmal in der Woche etwas aus der Tiefkühltruhe in deine Rezeptplanung einzubauen. Und wenn du dich dann um die mittlerweile nicht mehr wiedererkennbare Chili sin Carne von vor 6 Monaten dreimal herumgedrückt hast, dann gestehe dir ehrlich ein, dass du sie einfach nicht mehr essen magst und entsorge sie, bevor du noch weiterhin unnötig Strom für die Kühlung an sie verschwendest.
Viele Küchen platzen vor lauter Geschirr und Besteck, obwohl nur ein Bruchteil davon regelmäßig genutzt wird. Wie viele Personen leben in deinem Haushalt? Wie oft gibt es Besuch? Meist reichen pro Person zwei Becher, zwei bis drei Teller, Gläser und Bestecksets. Alles, was selten benutzt wird, kann aussortiert oder (zumindest erstmal) verstaut werden.
Von Mixer bis Brotbackautomat – Küchenmaschinen können praktisch sein, nehmen aber oft nur Platz weg. Frage dich ehrlich, welche Geräte du tatsächlich nutzt und ob nicht vielleicht ein Gerät dieselben Funktionalitäten hat wie ein anderes. Ich konnte zum Beispiel nach dem Kauf meines Thermomixes den Reiskocher, den Smoothiemaker und einen kleinen Hexler weggeben. Unsere Brotbackmaschine fand ich zwar toll, aber dafür, wie selten wir sie genutzt haben, hat sie einfach zuviel Platz verbraucht. Also weg damit. Seitdem backe ich Brot einfach in einer ganz einfachen Kuchen-Kastenform, geht auch.
Tupperdosen sind nützlich, aber es werden schnell zu viele. Überprüfe regelmäßig, welche du wirklich nutzt und ob alle Deckel vorhanden sind. Ich bin mittlerweile auf hochwertige Metalldosen umgestiegen, die zwar erstmal teurer sind, aber dafür ewig halten, superdicht sind, auch bei heissen Inhalten kein Mikroplastik absondern und zudem noch hübsch anzusehen sind.
Plastikschneidebretter sind praktisch, bergen aber gesundheitliche Risiken: Durch Schnitte entstehen kleine Rillen, in denen sich Bakterien ansiedeln können. Zudem können sich Mikroplastikpartikel lösen, die ins Essen gelangen. Holz- oder Glasbretter sind hygienischer und langlebiger – ein Wechsel lohnt sich wirklich!
Freie Arbeitsflächen sorgen für mehr Platz und Übersicht. Bewahre dort nur Geräte und Utensilien auf, die du wirklich regelmäßig benutzt.
Sortiere deine Schränke nach Bereichen: Lebensmittel, Geschirr, Besteck und Küchenmaschinen sollten einen festen Platz haben.
Man kann es sich auch in der Küche hübsch machen: Ich habe meine Gewürze in schöne, einheitliche Behältnisse umsortiert, die ich alphabetisch geordnet habe. Trockene Zutaten wie Mehle, Couscous, Kürbiskerne fülle ich nach dem Kauf in beschriftete Glasbehältnisse um und sehe so immer gleich, was sich in diesen befindet und wieviel noch da ist.
Schritt für Schritt Lebensmittelvorräte und Küchenutensilien auf ein gesundes und handlebares Maß minimieren, eine feste Ordnung installieren und beibehalten, mit Sinn und Verstand einkaufen und festen Routinen folgen (also vor allem am besten immer gleich alles wegräumen) – dann läuft der Laden!